Transamazonica vom Atlantik zum Pazifik - Traum oder Alptraum?

1973 begann der Bau der legendären - und umstrittenen Transamazonica, eine Strasse vom Atlantik bis zum Pazifik, quer durch den Südamerikanischen Kontinent und durch den Regenwald Brasiliens. In den ersten Jahren galt diese Monsterstraße als Sieg der Menschheit über die Natur die man auch "Grüne Hölle" nannte. In Altamira zeugt heute ein Monument an den Beginn des Baus. 5600 km lang, in etwa 70 m breit wurden durch den Urwald geschlagen, zahlreiche Gebiete wurden dabei auch brandgerodet um wirtschaftlich, nutzbaren Boden zu gewinnen. Die Verantwortlichen begannen entlang der Strasse einen etwa 200 km breiten "Streifen" vom Regenwald zu befreien, um Siedlern Ackerland zur Verfügung zu stellen. Aber dieses Projekt scheiterte, denn nach einigen Jahren war der Boden ausgelaugt, ohne Nährstoffe und nichts konnte man hier noch anbauen. Aus heutiger Sicht, hat sich einiges verschoben, zahlreiche Indianerstämme entlang der Trasse wurden ausgerottet oder starben an eingeschleppten Krankheiten, der Regenwald, die Lebensgrundlage der Indianer, wurde auf tausenden von Kilometern zerstört oder zumindest stark eingeschränkt. Von einst an die 5 Millionen Ureinwohnern, haben am Amazonas nur mehr 250 000 überlebt. Von ca. 1400 verschiedenen Stämmen blieben lediglich 200 über. Jedoch dieser Völkermord ist nicht nur der Transamazonica zuzuschreiben, als die ersten Europäer das Land betraten, begann der Untergang der indigene Bevölkerung. Die Qualität der Strasse hat sich aber seit 30 Jahren kaum verändert. Noch immer gibt es Abschnitte die bei Regen schwer passierbar sind, jedoch die Asphaltierung beginnt. Die günstigste Zeit die Transamazonica zu befahren ist Juli - Oktober. Jährlich gehen etwa die Hälfte der Größe Deutschlands an Regenwald verloren! Die Bezeichnung der Transamazonica ist BR 230 und sie beginnt bereits in der Nähe von Juazeiro do Norte im Bundesstaat Ceara. Ein kurzes Teil später geht es unter der Nummer CE 090 bis Pastos Bons im Bundesstaat Maranhao. Von dort wird sie wieder als BR 230 weitergeführt bis Carolina, an der Grenze zu Para. Ein kurzes Stück geht sie unter BR 010 bis Estreito, wo sie wieder als BR 230 weitergeführt wird. Nach 246 km erreicht sie Maraba und über Altamira erreicht sie nach 935 km Ruropolis, wo die erste größere Strasse die BR 163 nach Santarem abzweigt. Nach weiteren 113 Kilometern vor Itaituba gibt es die nächste Abzweigung, die BR 163 geht südlich nach Cuiaba ins Pantanal.
Von Itaituba führt sie entlang des Rio Tapajos bis nach Humaita. Gesamtstrecke Itaituba - Humaita 1071 Kilometer. Knapp nach Humaita gibt es die Abzweigung nach Manaus auf der BR 319 ca. 670 Kilometer. Eine weitere Abzweigung führt auf der BR 319 nach Porto Velho, in Folge weiter auf der BR 364 bis nach Rio Branco. Die BR 364 endet an der Grenze zu Peru. Von Puerto Velho über Rio Branco bis zur Grenze Peru 1211 Kilometer. Aber DIE Transamazonica führt von Humaita weiter nach Westen und endet in Labrea am Rio Ituxi und Rio Puruis. Dieser Abschnitt ist aber bei Regen kaum befahrbar. Einen ausführlichen Bericht über die "Virusjäger vom Amazonas", speziell über die Gegend um Labrea, finden sie im Spiegel, Ausgabe 26/2003.

Foto: WDR - hobbythek

Foto: http://www.transamazon.de